Verjüngung

Ein künftig stabiler Schutzwald braucht Verjüngung. Darum ist der Verjüngung angemessene Aufmerksamkeit zu schenken. Ohne Jugend keine Zukunft – das gilt auch für den Wald. Im Idealfall sollte ¼ der Schutzwaldfläche Verjüngung aufweisen. Die Ansprüche an Licht-, Boden- und Wasserhaushalt sind von Baumart zu Baumart unterschiedlich: Die im Gebirgswald häufigste Baumart ist die Fichte. Sie kann sich am besten auf zerfallenden Baumstrünken und auf liegengelassenen, verfaulenden Baumstämmen oder in deren Nähe entwickeln. Ohne dieses Moderholz kann sich die Fichte in Hochstauden und Reitgras gar nicht verjüngen.

Verjüngung
Verjüngung

Die Vorteile von Moderholz sind:

  • ausgeglichene Wasserversorgung
  • schneller wärmer und schneefrei, schützt vor Schneepilzen
  • schützt vor Vegetationskonkurrenz
  • schützt vor Schneebewegungen

Stämme, die im Wald liegengelassen werden, sind ungefähr in die Falllinie zu legen. Auf und neben dem Stamm kann Verjüngung aufkommen. Mit dieser Anordnung würden die jungen Bäumchen eine hangabwärtsgerichtete Bewegung des Stammes schadlos überstehen. Auch umgekippte Wurzelteller bieten Ansamungsmöglichkeiten und bessere Wuchsbedingungen.

Die Lärche samt am besten an auf Rohböden ohne Streuauflage. Sie braucht bedeutend mehr Licht als die Fichte und erträgt Schatten nicht. Natürlich verjüngen kann man die Lärche nur, wenn genügend grosse Flächen der direkten Sonneneinstrahlung geöffnet werden. Um die Ansamung zu ermöglichen, wird der Boden in der Lückenmitte bis auf die Mineralerde geschürft (in Hochstauden 5 x 5 m). Kleine Terrassen auf der Schürffläche bieten dem Keimling Schutz vor Wind und Austrocknung. Es ist vorteilhaft, Schürfungen in einem Samenjahr der Lärche (alle 5 bis 15 Jahre) durchzuführen, wenn das Angebot an Samen am grössten ist.

Moderholz
Moderholz

Die Arve hat schwere Samen mit wertvollen Nährstoffen, die ihr die Keimphase erleichtern.

Die Föhre braucht viel Licht wie die Lärche.

Bei der Verjüngung spielt das kleinstandörtliche Klima (Mikroklima) eine wichtige Rolle. In Mulden bleibt der Schnee länger liegen als auf Kuppen und bedeutet ein grösseres Risiko für Schneepilze. Zudem ist in Mulden die Vegetationskonkurrenz stärker. Auf Kuppen und Rippen, neben Baumstrünken und dickem Moderholz sind die Wuchsbedingungen günstiger.

Wildschutz an einzelnen Bäumchen anbringen ist kostspielig. Sie werden vom Schnee beschädigt und um den Wildschutz zu garantieren, müssten sie regelmässig unterhalten werden.