Ziel unserer Waldbewirtschaftung ist es die ökologischen (Beherbergung von gefährdeten Tierarten), ökonomischen (Holz als Bau- und Heizmaterial) und sozialen (Schutzwald und Sicherung von Arbeitsplätzen) Interessen nachhaltig zu vereinen. Wirtschaftliche Interessen werden hinten angestellt, nur 30-50% unserer Kosten werden durch den Holzerlös gedeckt, der Rest wird mit Hilfe von Fördermittlen des Kantons finanziert.

Schutzwald

Ein idealer Schutzwald im Gebirge besteht aus einem Mosaik von Bäumen aller Altersklassen, die in natürlicher Struktur einen Bestand bilden. Ältere Bäume schützen die jüngeren vor Wind, Schnee und Sonneneinstrahlung, spenden Samen und stabilisieren das Waldgefüge. Dieses Gleichgewicht sorgt dafür, dass bei dem Ausfall eines Baumes sofort ein jüngerer nachrücken kann, wodurch das Waldökosystem dauerhaft stabil bleibt. Unsere Aufgabe ist es, die Struktur eines Gebirgs-Plenterwaldes nachhaltig aufrechtzuerhalten.

Verjüngung

Eine nachhaltige Schutzwaldbewirtschaftung hat zum Ziel, dass mindestens 25 % der Fläche mit Jungbäumen bedeckt sind. Deren Entwicklung hängt stark von den örtlichen Bedingungen ab – so begünstigen schneereiche Mulden beispielsweise Pilzbefall. Moderholz spielt eine entscheidende Rolle, da es junge Bäume vor Schneegleiten und Konkurrenzbewuchs schützt und gleichzeitig eine optimale Nährstoffversorgung sichert.

Die Baumarten im Gebirge sind an unterschiedliche Licht- und Bodenverhältnisse angepasst. Während die Lärche sonnige, offene Standorte bevorzugt, gedeiht die Fichte als Halbschattenbaum unter vielfältigen Bedingungen, insbesondere an moderholzreichen Standorten.

Rotten

Als Rotte wird eine Gruppe (auch „Kleinkollektiv“ genannt) von Bäumen bezeichnet, die sich nach aussen durch tief herab reichende Äste, einem Waldrand ähnlich, abgrenzen. Rottenförmige Gebirgswälder bieten den bestmöglichen Schutz. Fallen ältere Rotten wegen Borkenkäferbefall oder Sturm aus, sind immer noch genügend junge unabhängige Kleinkollektive vorhanden. In den Lücken der entnommenen Rotten kann sich, unter verschiedenen Lichtverhältnissen und unter Belassung von Moderholz, frische Verjüngung einstellen. Strukturreiche Wälder bilden auch für das Wild einen ansprechenden Lebensraum, da es auf engstem Raum schützende dunkle und warme vegetationsreiche Flächen findet. Bei der Jungwaldpflege werde Rotten unter Beachtung der bereits vorhandenen Strukturen gezielt ausgeformt.

Plenterwald

Unter Plenterung versteht man eine Form der Waldbewirtschaftung, bei der verschiedene Altersklassen auf engem Raum vorhanden sind. Beim Ausfall einer Altersklasse sind noch ausreichend andere Bäume vorhanden, die sich gegenseitig schützen und die Entstehung von grösseren Kahlflächen vermeiden. Ein Nebeneffekt ist, dass Holz zielstärkenorientiert genutzt werden kann.

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Holzerei

Ein Bestand, aufgebaut aus Rotten, ermöglicht kleinflächige schadensarme Eingriffe, ohne die unabhängigen Nachbarrotten zu beeinflussen. Forst Goms nutzt nur rund 60% des nachwachsenden Holzes, der Rest verbleibt als Moderholz oder Holzvorrat im Wald. Knapp drei Fünftel werden als Nutzholz, ein Fünftel als Industrieholz und ein Fünftel als Energieholz verwendet. Das Holz wird in gut erschlossenem Gebiet mit Schlepper oder Mobilseilkran geerntet. Wo diese Mittel nicht eingesetzt werden können, wird das Holz mittels Helikopter zum Lagerplatz transportiert. Der Holzerlös spielt im Schutzwaldmanagement eine untergeordnete Rolle, die Holzerntekosten werden grösstenteils durch Subvention des Kantons gedeckt.